
Time-to-Fill beschreibt die Zeit von der Freigabe eines Personalbedarfs bis zur tatsächlichen Besetzung – also bis ein Zeitarbeitnehmer den Einsatz antritt bzw. der Vertrag unterschrieben ist. Für klassische Festanstellungen ist dieser Wert in Deutschland aktuell hoch: Branchenauswertungen und Recruiting-Benchmarks für 2026 gehen von einer durchschnittlichen Vakanzzeit offener Stellen von rund 170 Tagen aus, während gängige DACH-Benchmarks für einen strukturierten Recruiting-Prozess (Time-to-Fill) bei etwa 45 bis 60 Tagen liegen. Für kurzfristigen Personalbedarf in Pflege, Logistik oder Industrie ist das schlicht zu langsam.
Zeitarbeit existiert genau deshalb, weil klassische Recruiting-Zeiträume für kurzfristige Personalausfälle nicht funktionieren. Hier zählt nicht die Zeit bis zur Unterschrift eines neuen Arbeitsvertrags, sondern die Zeit von der Anfrage eines Einsatzbetriebs bis zum Einsatzbeginn eines passenden Zeitarbeitnehmers – im Idealfall Stunden statt Wochen. Wie automatisiertes Matching dabei hilft, passende Kandidaten sofort zu identifizieren, beschreiben wir im Beitrag Matching in der Zeitarbeit.
In der Praxis verlängert sich die Time-to-Fill oft nicht durch den eigentlichen Matching-Prozess, sondern durch die Art der Anfrage: Wird ein Personaldienstleister nach dem anderen einzeln per Telefon oder E-Mail angefragt, addieren sich Wartezeiten auf Rückmeldungen. Jede Absage bedeutet einen weiteren Anlauf – und damit verlorene Zeit, gerade wenn eine Schicht kurzfristig besetzt werden muss.
Mit einem Vendor-Management-System wie stazzle wird eine Anfrage einmal gestellt und automatisch an alle passenden, angebundenen Personaldienstleister gleichzeitig verteilt. Statt auf eine einzelne Rückmeldung zu warten, laufen die Antworten parallel ein – die Einrichtung wählt aus den verfügbaren Kandidaten. Das verkürzt die Time-to-Fill nicht durch schnelleres Einzelmatching, sondern durch parallele statt sequenzielle Anfragen. Einen Überblick über die Steuerungsmodelle dahinter gibt der Beitrag Vendor Management System (VMS): Was es ist.
Wer die eigene Time-to-Fill in der Zeitarbeit verbessern will, sollte zunächst schlicht messen: Wie viel Zeit vergeht aktuell zwischen Bedarfsmeldung und Einsatzbeginn – und wie viel davon entfällt auf das Warten auf Rückmeldungen einzelner Dienstleister? Oft zeigt schon diese einfache Analyse, wo der größte Hebel liegt.
Das Wichtigste in Kürze: Time-to-Fill misst die Zeit von der Freigabe eines Personalbedarfs bis zum Einsatzbeginn. Für Festanstellungen liegt die Vakanzdauer in Deutschland bei rund 152 Tagen im Marktdurchschnitt, im Gesundheits- und Sozialwesen bei etwa 172 Tagen und in der Altenpflege bei rund 205 Tagen. In der Zeitarbeit zählt eine andere Größenordnung: Hier entscheiden Stunden – und der größte Hebel ist nicht besseres Matching, sondern die parallele Anfrage an mehrere Personaldienstleister statt der sequenziellen.
Die Zahlen zeigen, warum kurzfristiger Bedarf über Festanstellung nicht zu decken ist:
| Bereich | Durchschnittliche Dauer | Einordnung |
|---|---|---|
| Gesamtmarkt Deutschland, alle Branchen | rund 152 Tage | Vakanzdauer offener Stellen, Stand Ende 2025 |
| Gesundheitswesen und Soziales | rund 172 Tage | entspricht etwa 24,5 Wochen |
| Altenpflege als Engpassberuf | rund 205 Tage | etwa 29 Wochen bis zur Besetzung |
| Strukturierter Recruiting-Prozess im DACH-Raum | 45 bis 60 Tage | gut organisierte Festanstellung, ohne Engpassfaktor |
| Besetzung über Zeitarbeit | Stunden bis wenige Tage | abhängig von Qualifikation, Region und Zahl der angebundenen Dienstleister |
Für Zeitarbeit selbst gibt es kaum belastbare öffentliche Benchmarks – die Werte schwanken stark nach Region, Qualifikation und Träger. Genau deshalb lohnt die eigene Messung mehr als jeder Branchenvergleich.
Wer die Besetzungsdauer senken will, muss wissen, wo die Zeit verloren geht. In der Praxis zerfällt der Prozess in vier Blöcke – und der größte liegt selten dort, wo man ihn vermutet:
| Zeitblock | Typische Dauer | Größter Hebel |
|---|---|---|
| Bedarf erkannt bis Bedarf freigegeben | Minuten bis mehrere Tage | Klare Freigabewege und Vertretungsregeln, digitale Bedarfsanforderung |
| Freigabe bis Anfrage beim Dienstleister | Minuten bis Stunden | Automatische Ausschreibung statt manueller Weiterleitung |
| Anfrage bis Angebot | Stunden bis Tage | Parallele Anfrage an alle freigegebenen Dienstleister statt Einzelanrufe |
| Angebot bis Einsatzbeginn | Stunden bis Tage | Vollständige Nachweise und Verträge in Textform, digital freigegeben |
Ein Beispiel mit realistischen Annahmen: Sechs Personaldienstleister, eine durchschnittliche Rückmeldezeit von drei Stunden, eine Trefferquote von 40 Prozent pro Anfrage.
Der Effekt ist doppelt: Die Besetzung ist schneller, und zusätzlich entsteht Vergleichbarkeit bei Preis und Qualifikation. Wie dieser Ablauf digital aussieht, zeigt die Prozessübersicht von der Anfrage bis zum Einsatz.
Die Kennzahl ist nur so gut wie ihre Definition. Sinnvoll ist: Time-to-Fill gleich Zeitpunkt des Einsatzbeginns minus Zeitpunkt der Bedarfsfreigabe, gemessen in Stunden, getrennt nach Standort und Qualifikation. Wer die Bedarfsmeldung als Startpunkt nimmt, misst zusätzlich die eigene Freigabegeschwindigkeit – das ist oft aufschlussreicher.
| Kennzahl | Was sie zeigt | Zielrichtung |
|---|---|---|
| Time-to-Fill in Stunden | Gesamtgeschwindigkeit von Freigabe bis Einsatzbeginn | so niedrig wie möglich, getrennt je Qualifikation |
| Time-to-First-Response | Wie schnell Dienstleister überhaupt antworten | unter zwei Stunden bei kurzfristigen Bedarfen |
| Fill Rate | Anteil der Bedarfe, die tatsächlich besetzt werden | über 90 Prozent |
| Anteil unbesetzter Schichten | Versorgungsrisiko im Alltag | sinkend, im Zeitverlauf beobachtet |
| Anfragen pro Besetzung | Wie viele Anläufe nötig sind | unter 1,5 bei paralleler Ausschreibung |
Bleibt die Besetzungsdauer trotzdem hoch, liegt die Ursache meist in der Struktur: zu wenige angebundene Dienstleister, unklare Konditionen oder fehlende Alternativen für Ausfälle. Ein eigener Ausfallpool ergänzt die externe Beschaffung wirksam – siehe die Anleitung zum Aufbau eines Springerpools.
Eine niedrige Time-to-Fill ist in der Zeitarbeit kein Luxus, sondern die eigentliche Daseinsberechtigung des Modells. Wer Anfragen parallel statt sequenziell an mehrere Personaldienstleister stellt, verkürzt die Besetzungsdauer spürbar – unabhängig davon, wie gut das Matching im Einzelfall ist.
Quellen: Branchen-Recruiting-Benchmarks Deutschland/DACH 2026, HR-Kennzahlen-Auswertungen (Time-to-Hire/Time-to-Fill), Stand 2026.
Time-to-Fill ist die Zeit von der Freigabe eines Personalbedarfs bis zur tatsächlichen Besetzung, also bis zum Einsatzbeginn oder zur Vertragsunterschrift. In der Zeitarbeit wird sie sinnvoll in Stunden gemessen, nicht in Tagen.
Im Marktdurchschnitt liegt die Vakanzdauer bei rund 152 Tagen. Im Gesundheits- und Sozialwesen sind es etwa 172 Tage, in der Altenpflege als Engpassberuf rund 205 Tage.
Bei verfügbaren Kandidaten und mehreren angebundenen Personaldienstleistern sind Stunden bis wenige Tage realistisch. Entscheidend ist, dass die Anfrage parallel an alle freigegebenen Dienstleister geht.
Time-to-Fill beginnt mit der Freigabe des Bedarfs, Time-to-Hire mit dem Eingang der Bewerbung. Time-to-Fill enthält damit auch die internen Freigabezeiten und ist für Einsatzbetriebe die aussagekräftigere Kennzahl.
Vor allem durch parallele statt sequenzielle Anfragen: Eine Bedarfsmeldung geht gleichzeitig an alle freigegebenen Dienstleister. Dazu kommen digitale Freigaben, hinterlegte Nachweise und Verträge in Textform.


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