
„Was kostet ein Zeitarbeiter eigentlich?” – diese Frage stellen sich sowohl Kundenbetriebe, die über Personaldienstleistung nachdenken, als auch Personaldienstleister, die ihre Preise sauber kalkulieren wollen. Die kurze Antwort: Ein Zeitarbeiter kostet mehr als seinen reinen Stundenlohn, aber die Mehrkosten sind kein „Aufpreis für nichts”, sondern decken reale Aufwände ab. Dieser Ratgeber erklärt transparent, wie sich der Stundenverrechnungssatz zusammensetzt, welcher Kalkulationsfaktor üblich ist und warum sich Zeitarbeit für Unternehmen trotzdem rechnet.
Der häufigste Denkfehler ist, den Stundenlohn des Zeitarbeitnehmers mit den Kosten für den Kundenbetrieb gleichzusetzen. Tatsächlich zahlt der Entleiher nicht den Lohn, sondern den Stundenverrechnungssatz an den Personaldienstleister. Aus diesem Satz bezahlt der Dienstleister den Lohn und trägt sämtliche Arbeitgeberkosten.
Der Lohn selbst richtet sich nach dem Tarifvertrag der Zeitarbeit (GVP) bzw. – bei längeren Einsätzen – nach dem Grundsatz des Equal Pay. Zusätzlich gilt immer mindestens die Lohnuntergrenze der Zeitarbeit.
Der Verrechnungssatz besteht im Kern aus vier Bausteinen:
In der Praxis wird der Stundenverrechnungssatz meist über einen Kalkulationsfaktor ermittelt. Dabei wird der Stundenlohn mit einem Faktor multipliziert, der alle oben genannten Zusatzkosten und die Marge abbildet:
Stundenlohn × Kalkulationsfaktor = Stundenverrechnungssatz
| Stundenlohn (Beispiel) | Kalkulationsfaktor | Stundenverrechnungssatz (netto, zzgl. USt.) |
|---|---|---|
| 14,00 € | 1,6 | ca. 22,40 € |
| 16,00 € | 1,7 | ca. 27,20 € |
| 18,00 € | 1,8 | ca. 32,40 € |
Wichtig: Auf den Verrechnungssatz kommt noch die gesetzliche Umsatzsteuer (aktuell 19 %) hinzu, die vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen jedoch geltend machen können.
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Auf den ersten Blick wirkt der Verrechnungssatz hoch. Rechnet man aber die Gesamtkosten einer eigenen Festanstellung gegen, relativiert sich der Unterschied deutlich – und in vielen Fällen ist Zeitarbeit sogar günstiger, weil folgende Vorteile entfallen bzw. hinzukommen:
Der Preis pro Stunde (Stundenverrechnungssatz) liegt in der Regel beim 1,5- bis 2,0-fachen des Stundenlohns, zuzüglich Umsatzsteuer. Bei einem Lohn von 16 € sind das grob 24–32 € netto pro Stunde – abhängig von Qualifikation, Branche und Einsatzbedingungen.
Weil der Satz zusätzlich Lohnnebenkosten, Urlaub, Lohnfortzahlung, einsatzfreie Zeiten sowie Verwaltung und Marge des Dienstleisters abdeckt. Diese Kosten trägt ein Betrieb bei eigenen Mitarbeitern ebenfalls – sie sind hier nur transparent im Stundenpreis gebündelt.
Für eine Übernahme darf der Personaldienstleister eine angemessene, mit der Einsatzdauer sinkende Vermittlungsprovision berechnen. Alle Details dazu erklärt der Ratgeber zur Übernahme aus der Zeitarbeit.
Ja. Für Unternehmen sind die Rechnungen des Personaldienstleisters grundsätzlich als Betriebsausgaben abzugsfähig, und die ausgewiesene Umsatzsteuer ist bei Vorsteuerabzugsberechtigung erstattungsfähig. Für die konkrete Behandlung sollte die Steuerberatung hinzugezogen werden.
Was ein Zeitarbeiter kostet, lässt sich nicht am reinen Stundenlohn ablesen – entscheidend ist der Stundenverrechnungssatz, der alle Arbeitgeberkosten transparent bündelt. Mit einem Kalkulationsfaktor von rund 1,5 bis 2,0 lässt sich der Preis realistisch einschätzen. Wer die entfallenden Leerlauf-, Ausfall- und Recruiting-Kosten gegenrechnet, erkennt: Zeitarbeit ist keine teure Notlösung, sondern ein flexibles, planbares und oft wirtschaftliches Personalinstrument.
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