
Das Wichtigste in Kürze: Die Kosten der Zeitarbeit entstehen nicht im Stundenlohn, sondern im Verrechnungssatz – üblicherweise der Stundenlohn multipliziert mit einem Faktor von rund 1,8 bis 2,6. Senken lässt sich dieser Betrag vor allem durch Wettbewerb: eine Anfrage gleichzeitig an mehrere Personaldienstleister statt nacheinander. Dazu kommen sieben weitere Hebel – von der präzisen Bedarfsbeschreibung über die Planung des Equal-Pay-Zeitpunkts bis zur automatischen Rechnungsprüfung.
Der Verrechnungssatz enthält den Bruttolohn nach dem einschlägigen Tarifvertrag, die Lohnnebenkosten, Rückstellungen für Urlaub, Krankheit und Feiertage sowie Verwaltung, Risiko und Marge des Personaldienstleisters. Übliche Aufschläge auf den Lohn liegen bei 45 bis 55 Prozent, ausgedrückt als Faktor meist zwischen 1,8 und 2,6. Ein höherer Faktor bedeutet nicht automatisch ein schlechteres Angebot – er kann für mehr Service, bessere Verfügbarkeit oder höhere Tarifbindung stehen. Die vollständige Kalkulationslogik erklärt der Ratgeber Was kostet ein Zeitarbeiter?.
Die Ausgangsbasis für jede Einsparung sieht damit typischerweise so aus:
| Position | Wert |
|---|---|
| Stundenlohn der Fachkraft | 18,00 € |
| Faktor | 2,2 |
| Verrechnungssatz pro Stunde | 39,60 € |
| Stunden pro Monat | 160 |
| Kosten pro Kraft und Monat | rund 6.336 € |
| Kosten pro Kraft und Jahr | rund 76.000 € |
Richtwerte ohne Zuschläge – sie ersetzen kein konkretes Angebot. Hinzu kommen Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie Branchenzuschläge, die mit der Einsatzdauer steigen.
| Hebel | Wirkung | Aufwand |
|---|---|---|
| Parallel ausschreiben statt sequenziell telefonieren | Preis- und Verfügbarkeitswettbewerb, oft der größte Einzeleffekt auf den Verrechnungssatz | gering, sobald mehrere Dienstleister angebunden sind |
| Faktoren und Konditionen dokumentieren und jährlich verhandeln | Verhindert, dass historisch gewachsene Sätze fortgeschrieben werden | einmalig mittel |
| Bedarf präzise beschreiben | Weniger Fehlbesetzungen, weniger Einarbeitung, weniger Nacharbeit | gering |
| Equal-Pay-Zeitpunkt planen | Der Satz steigt nach neun Monaten – wer den Termin kennt, kann ihn steuern | gering, wenn das System die Frist überwacht |
| Branchenzuschlagsstufen einkalkulieren | Vermeidet Überraschungen bei langen Einsätzen | gering |
| Zuschlagsintensive Schichten intern abdecken | Nacht- und Sonntagsstunden sind extern besonders teuer | mittel, betrifft die Dienstplanung |
| Eigenen Springerpool für die Grundlast aufbauen | Externe Kräfte nur für Spitzen statt für den Regelbetrieb | hoch, wirkt aber dauerhaft |
| Rechnungen automatisch gegen erfasste Stunden prüfen | Abweichungen fallen sofort auf, nicht erst im Jahresabschluss | mittel, einmalig |
Wer einen einzigen Dienstleister anruft, hat keinen Preis, sondern eine Ansage. Wer dieselbe Anfrage gleichzeitig an alle freigegebenen Dienstleister stellt, bekommt mehrere Angebote mit Qualifikation und Preis – und kann auswählen. Der Nebeneffekt: Die Besetzung geht schneller, weil parallele Antworten eingehen statt sequenzieller Absagen. Warum das die Besetzungsdauer stärker senkt als besseres Matching, zeigt der Beitrag zur Time-to-Fill in der Zeitarbeit.
Zwei Termine verändern den Preis eines Einsatzes: der Equal-Pay-Zeitpunkt nach neun Monaten gemäß § 8 Abs. 4 AÜG und die Stufen der Branchenzuschläge, die mit der Einsatzdauer steigen. Dazu kommt die Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten nach § 1 Abs. 1b AÜG. Wer diese Termine erst in der Rechnungsprüfung entdeckt, verhandelt zu spät.
Die Softwarekosten stehen auf einer Rechnung, die Prozesskosten nicht. Telefonate, Nachfragen, Stundenzettel abtippen, Abweichungen klären: Bei 40 Bedarfen im Monat summiert sich das auf mehrere Personentage. Diese Zeit ist der stille Teil der Zeitarbeitskosten – und der am leichtesten zu senkende. Welche Funktionen dafür nötig sind, steht im Beitrag zu den Anforderungen an ein Vendor Management System, die Preismodelle erklärt der Beitrag Was kostet ein Vendor Management System?.
Der teuerste Fehler ist, dauerhaft unbesetzte Planstellen über Zeitarbeit zu ersetzen. Rechnerisch ist Zeitarbeit die günstigere Sofortlösung und die teurere Dauerlösung. Ein eigener Ausfallpool verschiebt das Verhältnis – siehe die Anleitung zum Aufbau eines Springerpools und die Abwägung im Beitrag Zeitarbeit oder Direktvermittlung?.
Drei Positionen sollten nicht optimiert werden: die Qualifikation, die Compliance und die Verlässlichkeit. Eine zu niedrig qualifizierte Kraft kostet Einarbeitung, Fehler und im Zweifel die Versorgungsqualität. Ein Dienstleister ohne gültige Erlaubnis nach § 1 Abs. 1 AÜG oder ohne saubere Arbeitszeitdokumentation nach § 17 MiLoG erzeugt ein Risiko, das jede Ersparnis übersteigt. Und wer den billigsten Anbieter nimmt, der bei kurzfristigem Bedarf nicht liefert, zahlt die Differenz in gesperrten Betten oder stehenden Linien.
Angenommen, ein Betrieb setzt im Jahresschnitt zehn externe Kräfte ein, bei einem Verrechnungssatz von 39,60 Euro und 160 Stunden im Monat. Das sind rund 760.000 Euro im Jahr. Schon kleine Veränderungen im Satz wirken deutlich:
| Veränderung | Effekt pro Jahr bei zehn Kräften |
|---|---|
| Verrechnungssatz 1 Prozent niedriger | rund 7.600 € |
| Verrechnungssatz 3 Prozent niedriger | rund 22.800 € |
| Eine von zehn Kräften dauerhaft durch eigene Springer ersetzt | rund 76.000 € externe Kosten, denen interne Personalkosten gegenüberstehen |
| Ein Prozent der Rechnungen mit Abweichung, künftig geprüft | rund 7.600 € vermiedene Fehlabrechnung |
Die Zahlen sind Rechenbeispiele, keine Zusagen. Sie zeigen aber die Größenordnung: Der Aufwand für Vergleich, Dokumentation und Rechnungsprüfung amortisiert sich in der Regel schon bei einem einzigen Prozentpunkt.
Diese acht Fragen schriftlich zu stellen kostet zehn Minuten – und macht Angebote überhaupt erst vergleichbar.
Übliche Faktoren liegen je nach Branche, Qualifikation und Region zwischen rund 1,8 und 2,6. Der Faktor wird auf den Stundenlohn angewendet und ergibt den Verrechnungssatz.
Der wirksamste Hebel ist Wettbewerb: dieselbe Anfrage gleichzeitig an mehrere Personaldienstleister stellen und die Angebote nach Qualifikation und Preis vergleichen. Dazu kommen dokumentierte Konditionen, präzise Bedarfsbeschreibungen, geplante Equal-Pay-Zeitpunkte und ein eigener Springerpool für die Grundlast.
Meist durch Branchenzuschläge, die mit der Einsatzdauer stufenweise steigen, und durch den Equal-Pay-Anspruch nach neun Monaten gemäß § 8 Abs. 4 AÜG.
Bei einem Verrechnungssatz von 39,60 Euro und 160 Stunden liegen die Kosten bei rund 6.300 Euro im Monat, ohne Zuschläge. Der tatsächliche Wert hängt von Qualifikation, Region, Tarif und Einsatzdauer ab.
Nicht zwangsläufig. Ein höherer Faktor kann für bessere Verfügbarkeit, höhere Tarifbindung oder mehr Service stehen. Entscheidend ist das Verhältnis von Preis, Qualifikation und Zuverlässigkeit über mehrere Einsätze.


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