Pflegekräftemangel im Krankenhaus 2026: Was das DKG-Fachkräftemonitoring zeigt – und wie Kliniken gegensteuern

10. August 2026

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat gemeinsam mit dem Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) das Fachkräftemonitoring 2026 veröffentlicht. Die Kernaussage ist unbequem: Trotz Rekordzahlen bei Ausbildungsplätzen und einem wachsenden Personalbestand findet die Mehrheit der Krankenhäuser ihre offenen Stellen nicht mehr besetzt. Und der Engpass ist kein vorübergehendes Phänomen – mit dem Renteneintritt der Babyboomer wird er sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

Die wichtigsten Zahlen aus dem DKG-Fachkräftemonitoring 2026

  • 66 % der Krankenhäuser haben Probleme, offene Stellen zu besetzen. Allein bei den Pflegefachkräften auf Allgemeinstationen bleiben in den betroffenen Häusern im Mittel rund 18 Stellen unbesetzt.
  • Bis 2035 scheidet absehbar mindestens jeder vierte Krankenhausbeschäftigte – über 300.000 Menschen – altersbedingt aus.
  • Fast jeder zweite Krankenhausbeschäftigte arbeitet in Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung. Die real verfügbaren Personalkapazitäten liegen damit deutlich unter der reinen Kopfzahl.
  • Pflegekräfte und Ärzte verbringen im Schnitt rund ein Drittel ihrer Arbeitszeit mit Dokumentation.
  • 94 % der Häuser nennen den Fachkräftemangel als größtes Hindernis bei der Umsetzung gesetzlicher Personalvorgaben; die Pflegepersonalregelung PPR 2.0 gilt bei rund 90 % als noch nicht ausgereift und bei 80 % als zusätzliche Bürokratie.

Warum mehr Ausbildung allein den Mangel nicht löst

Die Zahl der Auszubildenden und Assistenzärzte ist auf einem Allzeithoch. Trotzdem bleibt die Lage angespannt – weil der demografische Abgang, der hohe Teilzeitanteil und die wachsende Dokumentationslast die Zugewinne auffressen. Entscheidend ist nicht, wie viele Menschen auf der Gehaltsliste stehen, sondern wie viele effektiv verfügbare Stunden am Patienten ankommen. Genau hier entsteht die Lücke: zwischen geplanter Besetzung und dem, was nach Ausfällen, Teilzeit und Bürokratie real übrig bleibt.

Damit verschiebt sich das Problem von der reinen Rekrutierung zur Organisation: Wie werden vorhandene Kräfte verteilt, wie werden kurzfristige Ausfälle aufgefangen, und wie bindet man Mitarbeitende, damit sie nicht in Teilzeit gehen oder den Beruf verlassen?

Was Kliniken kurzfristig steuern können

  • Interner Flexpool statt teurer Leiharbeit: Eigene Mitarbeitende, die stations- oder hausübergreifend flexibel einspringen, decken Spitzen und Ausfälle ab – planbar und ohne den Reibungsverlust ständig wechselnder externer Kräfte.
  • Digitale, transparente Schichtplanung: Wenn Verfügbarkeiten und offene Dienste für alle sichtbar sind, wird Einspringen freiwillig, fair und schnell – statt über Telefonketten und WhatsApp-Gruppen.
  • Ausfallmanagement in Minuten: Offene Schichten gezielt an geeignete, verfügbare Kräfte ausspielen, statt reihum zu telefonieren.
  • Externe Dienstleister kontrolliert einbinden: Wo eigenes Personal nicht reicht, hilft eine transparente, zentrale Steuerung externer Kräfte – mit Preis-, Qualifikations- und Nachweiskontrolle statt Wildwuchs.

Wie stazzle Krankenhäuser dabei unterstützt

stazzle bündelt genau diese organisatorischen Hebel in einer Plattform. Mit dem internen Flexpool und der digitalen Schichtverwaltung lassen sich eigene Springerkräfte, Verfügbarkeiten und offene Dienste zentral steuern. Die digitale Zeiterfassung reduziert Nachweis- und Dokumentationsaufwand, und über ein Vendor-Management-System binden Kliniken externe Personaldienstleister transparent und kontrolliert ein. Wer die Personalstruktur zunächst sauber planen will, findet Methoden im Beitrag zur Personalbedarfsplanung; die rechtlichen Leitplanken beim Dienstplan in der Pflege haben wir separat aufbereitet.

Software beseitigt den Fachkräftemangel nicht. Aber sie entscheidet darüber, wie viel der vorhandenen Kapazität tatsächlich am Bett ankommt – und ob Mitarbeitende bleiben.

Häufige Fragen

Wie viele Krankenhäuser haben laut DKG Probleme, Stellen zu besetzen?

Laut DKG-Fachkräftemonitoring 2026 haben 66 % der Krankenhäuser Stellenbesetzungsprobleme. Auf Allgemeinstationen bleiben in betroffenen Häusern im Mittel rund 18 Pflegestellen unbesetzt.

Wie viele Beschäftigte scheiden bis 2035 aus den Kliniken aus?

Absehbar mehr als 300.000 – mindestens jeder vierte Krankenhausbeschäftigte erreicht bis 2035 das Rentenalter oder steht kurz davor.

Was hilft kurzfristig gegen Personalengpässe im Krankenhaus?

Kurzfristig wirken organisatorische Hebel: interne Flexpools, digitale und transparente Schichtplanung, schnelles Ausfallmanagement und die kontrollierte Einbindung externer Personaldienstleister.

Kann Software den Pflegekräftemangel beheben?

Nein. Software kann den Mangel nicht auflösen, aber sie erhöht die effektiv am Patienten verfügbare Zeit und verbessert die Mitarbeiterbindung, indem Planung fairer und Bürokratie geringer wird.

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in Kooperation mit dem Deutschen Krankenhausinstitut (DKI): Fachkräftemonitoring 2026, veröffentlicht auf dkgev.de. Stand: August 2026.

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