Im Zeitalter der digitalen Transformation ist der Einsatz fortschrittlicher Softwarelösungen in der Personalbranche unverzichtbar. Besonders Unternehmen, die sich auf das Personal- und Lieferantenmanagement konzentrieren, sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, Prozesse zu beschleunigen und zu vereinfachen. Hier bietet stazzle’s Vendor-Management-System (VMS) eine umfassende Lösung. Als webbasierte Softwarelösung ermöglicht unser VMS eine effiziente Lieferantenverwaltung, optimiert die Beschaffung und Organisation von Zeitarbeitskräften und fördert eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen entleihenden Unternehmen und Zeitarbeitsfirmen.

Maximale Effizienz und Transparenz in der Zeitarbeit

Durch die Automatisierung von Arbeitsabläufen mit unserem VMS können Unternehmen ihre Prozesse in den Bereichen Recht, Administration und Distribution optimieren. Dies führt nicht nur zu einer effektiveren Kostensenkung im Bereich der Zeitarbeit, sondern auch zu einer sicheren und transparenten Rechnungslegung mit Ihren Zeitarbeitspartnern. Unsere Plattform bringt Personaldienstleister und Unternehmen zusammen, um den Bedarf an Arbeitskräften, der die Kapazität des eigenen Personals übersteigt, schnell und effizient zu decken.

Konnektivität und Kontrolle mit stazzle

Bei stazzle verbinden wir Sie nahtlos mit Ihren langjährigen Personaldienstleistern. Unsere Plattform bietet Ihnen die Möglichkeit, Personalanfragen zu erstellen und zu veröffentlichen, sodass Sie jederzeit einen umfassenden Überblick über Ihre aktuellen, vergangenen und geplanten Einsätze haben. Mit unserer fortschrittlichen Filterfunktion können Sie alle Anfragen und die dazugehörigen Kandidaten effizient verwalten und wissen genau, welche externen Mitarbeiter aktuell bei Ihnen vor Ort sind.

Sicherheit und Effizienz durch digitale Signaturen

Abschließend runden wir den Prozess mit der digitalen qualifizierten Signatur ab, die nicht nur für ein Ende des Papierchaos sorgt, sondern auch die Zeiterfassung Ihrer externen Mitarbeiter vereinfacht und transparent macht. Mit stazzle können Sie über Berechtigungsgruppen genau bestimmen, wer innerhalb Ihres Unternehmens Personalanfragen erstellen und veröffentlichen darf, um eine nahtlose und effektive Personalverwaltung zu gewährleisten.

Entdecken Sie, wie stazzle’s Vendor-Management-System Ihr Unternehmen transformieren kann, indem Sie die Effizienz steigern, Kosten senken und gleichzeitig eine beispiellose Transparenz und Kontrolle über Ihre Zeitarbeitsprozesse erhalten.

 

Wir alle kennen diese Aussagen wie 

„Nicht nach dem Essen Schwimmen gehen“

„Hunde können nicht nach oben schauen“

Aber auch Aussagen über die Zeitarbeit halten sich hartnäckig:

„Zeitarbeit ist Ausbeutung“

„Da wirst du direkt gekündigt“

„Die nehmen nur Leute fürs Regale einräumen.“

Mit diesen Mythen möchten wir heute aufräumen und euch vor allem eine Botschaft vermitteln:

Hunde können nach oben schauen.

Und ja, es ist auch gesundheitlich völlig unbedenklich nach dem Futtern ins Wasser zu gehen.

Aber kommen wir mal zu den wirklich wichtigen Punkten.

Zeitarbeit genießt nicht den besten Ruf und wird oft wie eine Art Sündenbock dargestellt.

Wie können wir diese Vorurteile am besten aus dem Weg schaffen?

Indem wir darüber reden und das Thema von einer positiveren Seite beleuchten.

Lasst uns anfangen mit den 3 größten Mythen.

Mythos Nummer 1: Zeitarbeit ist Ausbeutung

Zeitarbeit ist keine Ausbeutung

Zeitarbeit wird von provokanten Zungen gerne als „moderne Sklaverei“ bezeichnet und zu verdienen gäbe es hier auch nichts. 

In der Realität kann das Bild aber ganz anders aussehen. Bestimmt gibt es in der Branche auch schwarze Schafe, die andere ausnutzen und schlecht behandeln, aber von unseren Partnern kennen wir solche Szenarien nicht.

Oft besteht sogar die Möglichkeit auf höhere Verdienstmöglichkeiten. Ein sehr prominentes Beispiel ist die Pflege, ein Bereich, der grundsätzlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Hier haben Zeitarbeitnehmer oft ein wesentlich höheres Gehalt als ihre festangestellten Kollegen. Warum? Angebot und Nachfrage regeln die Konditionen.

Mythos Nummer 2: Wer in die Zeitarbeit geht, kommt nie wieder raus

Zeitarbeit ist eine Chance

Hier direkt mal vorab die kurze Info – Zeitarbeit ist keine Sekte oder so.

Es gibt keine Barrieren das Konstrukt Zeitarbeit zu verlassen und in eine feste Einstellung zu wechseln.

Oft ist die Zeitarbeit sogar vielmehr eine Möglichkeit, um sich auszuprobieren und nicht selten kommt es vor, dass Arbeitnehmer an ihren Zeitarbeitnehmern festhalten und sie nach oder vor der Höchstüberlassungsdauer mit Festverträgen ausstatten wollen.

Mehrere Unternehmen, darunter Dahmen und Page Personnel, berichten von Übernahmequoten von mindestens 37, teilweise sogar bis zu 50 Prozent.

Besonders junge Menschen haben so die Möglichkeit zu probieren, welche Tätigkeit ihnen wirklich zusagt und ihre Stärken fördert.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Rehabilitierung von Personen ohne Beschäftigungsverhältnis. 

Eine Studie der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt auf, dass 61 Prozent der Zeitarbeitskräfte, die 2022 einen neuen Arbeitsvertrag mit einem Personaldienstleister abgeschlossen haben, aus der Beschäftigungslosigkeit kamen.

Mythos Nummer 3: Zeitarbeit ist nur was für Regal-Einräumer

Zeitarbeit ist divers

Erstmal wollen wir sagen, dass es einen Menschen nicht mehr oder weniger wertvoll macht, welchen Beruf er ausübt.

Trotzdem sorgen Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt für einen Unterschied.

Der Mythos, dass Zeitarbeit nur für Geringqualifizierte sei, ist genauso schnell aus der Welt zu schaffen wie die vorherigen Mythen.

Neben Fachkräften aus der IT-Branche sind auch Ärzte Teil des Modells und bilden nur zwei von vielen hochqualifizierten Berufsgruppen. So gibt es nur sehr wenige Berufe, die nicht in der Zeitarbeit vertreten sind. Egal für welche Tätigkeit, es lässt sich so gut wie immer eine Lösung für das Anliegen finden.

Fazit

Viele Mythen zu unterschiedlichen Themen werden zu selten hinterfragt und sorgen dafür, dass sich ein negatives Bild völlig ohne Grund manifestiert. 

Natürlich gibt es auch in der Zeitarbeit schwarze Schafe und negative Beispiele und Erfahrungen, aber trotzdem oder genau deswegen können wir für uns sagen:

Wir sind überzeugt vom Modell Zeitarbeit

So überzeugt, dass wir eine geniale Plattform entwickelt haben.

Diese Plattform ermöglicht die schnellstmögliche Abwicklung zwischen Arbeitnehmer, Personaldienstleister und Betrieb. 

So werden sowohl Zeit als auch Geld gespart und bringen deine Digitalisierung auf das nächste Level. 

Vereinbare noch heute deinen Termin mit einem unserer Experten und du musst nie wieder einen Stundenzettel schreiben oder hoffen, dass alle ohne Erkältung durch die Wintermonate kommen.

Personalmangel kann ein Problem in deinem Unternehmen sein, muss es aber nicht.

Wer oder was sind wir?

Heute wollen wir euch einen Einblick hinter die Kulissen von stazzle geben. 

Wer sind die Menschen hinter unserer Brand und was ist unsere Mission? 

Für alle Zahlenliebhaber haben wir natürlich auch ein paar Hard-Facts am Start: 

Bescheiden wie wir sind, wollen wir unsere Mission mit euch teilen:

Wir wollen die Zeitarbeit revolutionieren

Ein Mitarbeiter der Firma stazzle trägt einen Hoodie mit der Aufschrift

Das schaffen wir natürlich nicht allein mit unserer genialen Plattform, sondern nur in Kombination mit unserem Team. 

Wir sitzen weltweit verteilt und treffen uns täglich in Programmen wie Slack und Teams. 

Hier sprechen wir uns über unsere Plattform ab und natürlich dürfen auch die Pläne fürs Wochenende nicht fehlen. 

Und wenn das Wetter bei uns im neuen Office in Köln mal schlecht ist, schickt uns Barbara einfach ein paar Sonnenstrahlen aus Portugal.

Grillen mit dem stazzle-Team

Auf dem Bild sind drei Mitarbeiterinnen von stazzle zu sehen. Sie lachen in die Kamera und genießen das Team-Event.

Sonnenstrahlen hatten wir allerdings auch letzte Woche, als sich unser Team mehr oder weniger spontan dazu entschlossen hatte, sich endlich in „echt“ zu sehen.

Mit einem (hier könnte dein Lieblingsgetränk stehen) und allerlei Sachen für den Grill, haben wir es uns im Hinterhof gemütlich gemacht und das Auto von unserer Marketing-Assin (save falsch gegendert) Alice zur Bluetooth-Box umfunktioniert. 

Und wahrscheinlich kennt ihr alle dieses Gefühl, wenn ihr jemanden trefft, und euch auf Anhieb gut versteht. 

Zu sagen, wir wären jetzt alle Best Friends ist wahrscheinlich übertrieben, aber so viele unterschiedliche Menschen, die sich direkt öffnen und miteinander sowohl lachen als auch arbeiten können ist für uns etwas ganz besonders.

Unsere neue Base in Köln

Auf dem Bild ist das neue Büro der Firma stazzle zu sehen. Es ist ein restaurierter alter Hof und wirkt mit dem großen Türbogen aus Glas sehr modern und hochwertig.

Mit unserer neuen Base in Köln wollen wir die virtuelle und die echte Welt verbinden. 

Auch wenn wir uns in erster Linie als Remote-Company verstehen, möchten wir allen die Möglichkeit geben, an einem Ort zu arbeiten, wo sich alle wohl fühlen und mit uns gemeinsam wachsen können. 

In unmittelbarer Nähe zum Fühlinger See haben wir unser Büro in einem umgebauten Bauernhof und hören die Vögel bei offenem Fenster. Romantik Level 3000. 

Diese Romantik hilft uns dabei, unsere Mission umzusetzen:

Die Zeitarbeit revolutionieren und evtl. die Weltherrschaft erlangen

Vor allem der erste Punkt ist unser großes Thema und lässt uns jeden Tag aufs Neue an dieser großen Mission arbeiten. 

Aber was genau bedeutet das? 

Das bedeutet, dass endlich wieder eine vernünftige Work-Life-Balance erreicht werden kann. 

Unser Slogan wirkt vielleicht sehr groß und erhöht die Erwartungshaltung an unsere Plattform, aber wir sind uns sicher, wir werden diese Erwartung nicht nur erfüllen, sondern übertreffen. 

Klingt zu gut, um wahr zu sein? 

Lass uns dich doch gerne in einem kostenlosen Demo-Termin von unserem Tool überzeugen. 

Personalmangel kann ein Thema in deinem Unternehmen sein, muss es aber nicht 😉 

 

Wenn morgens um 6:32 Uhr drei Krankmeldungen reinkommen, ist Zeitarbeit für viele Pflegedienstleitungen keine theoretische Frage mehr. Sie ist der Unterschied zwischen einer Schicht, die irgendwie hält, und einer, die nicht hält.

Trotzdem ist Zeitarbeit in der Pflege eines der missverstandensten Themen der Branche. Träger reden über Kosten, Stammkräfte über Ungerechtigkeit, Pflegedienstleitungen über fehlende Alternativen. Jeder hat recht. Und jeder redet aneinander vorbei.

Dieser Artikel ist für Pflegedienstleitungen, Heimleitungen und Stationsleitungen gedacht, die Zeitarbeit nicht ideologisch, sondern operativ betrachten müssen. Wir gehen die wichtigsten Fragen durch: Wann hilft Zeitarbeit, wann schadet sie, wie funktioniert sie rechtssicher, und wie steuern Sie sie so, dass Ihre Stammkräfte nicht kündigen.

Was Zeitarbeit in der Pflege genau ist

Zeitarbeit in der Pflege bedeutet, dass eine Pflegekraft bei einem Personaldienstleister (auch Zeitarbeitsfirma oder Verleihfirma genannt) angestellt ist und vom Personaldienstleister an Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäuser überlassen wird. Die Pflegekraft arbeitet in der Einrichtung, der Vertrag besteht aber mit dem Personaldienstleister – nicht mit der Einrichtung.

Geregelt ist das im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Wichtig zu wissen: Seit der AÜG-Reform 2017 gibt es klare Grenzen. Ein Mitarbeiter darf maximal 18 Monate am Stück bei derselben Einsatzeinrichtung überlassen werden (Höchstüberlassungsdauer). Nach 9 Monaten greift in der Regel der Equal-Pay-Grundsatz: Die Leasingkraft hat Anspruch auf dasselbe Entgelt wie eine vergleichbare Stammkraft.

In der Praxis bedeutet das für Pflegeeinrichtungen drei Dinge: Personaldienstleister sind Lieferanten, keine Vermittler. Die Verantwortung für die korrekte Überlassungsdauer liegt beim Einsatzbetrieb. Und die Kosten pro Stunde liegen typischerweise zwischen 45 und 85 Euro netto, je nach Qualifikation, Region und Schichtzulage.

Warum Pflegeeinrichtungen Zeitarbeit überhaupt einsetzen

Drei Gründe dominieren in Gesprächen mit Pflegedienstleitungen:

Erstens, Fachkräftemangel. Stellen sind seit Monaten ausgeschrieben, oft ohne eine einzige qualifizierte Bewerbung. Eine PDL aus Niedersachsen formulierte es so: „Wir haben drei Vollzeitstellen offen seit acht Monaten. Da klebt der Dienstplan eben jeden Tag mit Leasingkräften zusammen.”

Zweitens, Versorgungssicherheit. Personaluntergrenzen wie die PpUGV in Kliniken oder Mindestpersonalschlüssel in Pflegeheimen sind harte Compliance-Anforderungen. Wer sie reißt, riskiert Meldungen, Aufnahmestopps und Vergütungskürzungen. Zeitarbeit ist häufig die einzige schnelle Lücke-Schließung, wenn Stammkräfte ausfallen.

Drittens, Schutz der Stammkräfte. Ohne Zeitarbeit müssten Stammkräfte mehr Mehrarbeit leisten, häufiger einspringen, weniger Wochenenden zu Hause sein. Die Folge wäre, was viele Einrichtungen bereits erleben: Stammkräfte kündigen, weil sie ausgebrannt sind.

Das ist die unbequeme Realität: Zeitarbeit ist nicht Symptom eines Problems – sie ist oft die Reaktion auf ein Problem, das Einrichtungen nicht allein lösen können.

Wo Zeitarbeit zum Problem wird

So nüchtern Zeitarbeit pragmatisch ist, so klar muss man auch die Schattenseiten benennen. Sie tauchen in fast jeder Einrichtung in derselben Reihenfolge auf.

Ungleichbehandlung Stamm vs. Leasing

Leasingkräfte verdienen häufig 30 bis 60 Prozent mehr pro Stunde als langjährige Stammkräfte, suchen sich Schichten aus, kommen seltener am Wochenende. Das sehen die Stammkräfte jeden Tag. Eine Stationsleitung formulierte es offen: „Meine Stammkräfte sind sauer, und sie haben recht.”

Das ist das größte Risiko beim Einsatz von Zeitarbeit – nicht die Kosten, nicht die Compliance, sondern die schleichende Demoralisierung der Stammteams. Wenn die Stammteams kippen, kippt die Versorgung mit ihnen.

Kostenexplosion bei kurzfristigen Anfragen

Wer um 14 Uhr für die Spätschicht morgen jemanden braucht, zahlt Aufschläge. In Notfällen werden Stundensätze von 90 bis 120 Euro aufgerufen. Über das Jahr summieren sich die Notfall-Aufschläge auf signifikante Beträge.

Schwankende Qualität

Der Personaldienstleister X liefert heute eine erfahrene Examinierte, morgen jemanden mit drei Monaten Berufserfahrung. Wenn keine systematische Bewertung der Leasingkräfte stattfindet, bleibt das Risiko bei der Einrichtung.

Compliance-Risiken

Die Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten zu überschreiten, ist kein theoretisches Risiko. Bei Zoll-Audits ist das einer der häufigsten Beanstandungspunkte. Die Strafen treffen den Einsatzbetrieb, nicht den Personaldienstleister.

Wie funktioniert Zeitarbeit in der Pflege rechtssicher

Vier Punkte, die jede Einrichtung dokumentieren muss:

Erstens, AÜG-Erlaubnis prüfen. Jeder Personaldienstleister, mit dem Sie zusammenarbeiten, muss eine gültige Arbeitnehmerüberlassungs-Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit haben. Diese Erlaubnis muss bei jedem neuen Einsatz aktualisiert vorliegen, nicht nur einmal initial.

Zweitens, Höchstüberlassungsdauer dokumentieren. Pro Leasingkraft müssen Sie das Überlassungsbeginn-Datum, eventuelle Unterbrechungen und das berechnete Ende-Datum führen. Eine Excel reicht – aber sie muss aktuell sein.

Drittens, Equal Pay nach 9 Monaten. Spätestens nach 9 Monaten muss die Leasingkraft dieselbe Vergütung erhalten wie eine vergleichbare Stammkraft. Hier gibt es Ausnahmen durch Tarifverträge – aber sie sind komplex und einrichtungsspezifisch zu prüfen.

Viertens, schriftlicher Überlassungsvertrag (AÜV). Pro Einsatz braucht es einen schriftlichen AÜ-Vertrag zwischen Einsatzbetrieb und Personaldienstleister. Mündliche Vereinbarungen oder reine E-Mail-Bestätigungen sind nicht ausreichend.

So steuern Sie Zeitarbeit operativ – ohne dass Ihr Dienstplan kippt

Hier wird es konkret. Aus Gesprächen mit Pflegedienstleitungen aus über 40 Einrichtungen kristallisieren sich vier Prinzipien heraus.

Prinzip 1: Mehrere Personaldienstleister – aber strukturiert

Eine einzelne Vertrauensagentur ist zu fragil. Wenn der Stammanbieter nicht liefert, stehen Sie ohne Backup. Mehr als 10 Personaldienstleister sind operativ nicht mehr steuerbar. Der Sweet Spot liegt bei 4 bis 7 Anbietern mit klar definierten Rollen: zwei Stammlieferanten für planbaren Bedarf, zwei bis drei Spezialisten für Fachkraftbereiche, ein bis zwei Notfall-Adressen.

Prinzip 2: Anfragen nicht nacheinander, sondern gleichzeitig

Der häufigste Fehler in der Disposition: Anrufen einer Agentur, Warten auf Antwort, dann die nächste anrufen. Das kostet 60 bis 120 Minuten pro Anfrage. Schneller geht es nur durch parallele Anfrage an alle relevanten Anbieter gleichzeitig – per Plattform, per Verteiler oder im Notfall per Rundruf.

Prinzip 3: Verfügbarkeit dokumentieren, nicht nur Einsatz

Pflegedienstleitungen mit guter Disposition führen pro Leasingkraft eine Verfügbarkeitsliste: Wer war schon mal hier, wer hat positiv abgeschnitten, wer ist welchen Tagen verfügbar. Das verkürzt im Notfall die Reaktionszeit von einer Stunde auf 15 Minuten.

Prinzip 4: Stammkraft-Bindung gleichberechtigt mit Leasing-Steuerung

Jede Stunde, die in Leasing-Disposition investiert wird, muss eine entsprechende Stunde in Stammkraft-Wertschätzung gehen. Das klingt banal, wird in der Praxis aber regelmäßig vernachlässigt. Konkret: Stammkräfte, die einspringen, müssen das in spürbarer Form anerkannt bekommen – nicht nur als Stundenzuschlag, sondern in der Schichtplanung der Folgewochen.

Was Zeitarbeit in der Pflege kostet – realistische Zahlen

Stundensätze für Leasingkräfte in der Pflege variieren stark. Aus Marktdaten und Einrichtungs-Reports lassen sich grobe Korridore nennen (Stand 2026, netto ohne Mehrwertsteuer):

In stationären Pflegeeinrichtungen liegt der Anteil der Leasing-Kosten an den Gesamtpersonalkosten häufig bei 8 bis 18 Prozent. Über 18 Prozent wird es betriebswirtschaftlich kritisch – nicht nur wegen der absoluten Kosten, sondern weil dann die Stammkraft-Unzufriedenheit eskaliert.

Wann Zeitarbeit nicht mehr funktioniert – und was dann

Es gibt einen Kipppunkt, an dem mehr Zeitarbeit nicht mehr hilft, sondern schadet. Drei Signale deuten darauf hin:

Wenn eines dieser drei Signale auftritt, hilft kein Mehr-Zeitarbeit, sondern eine strukturelle Neuausrichtung: mehr eigene Springer (auch wenn rar), bessere Konditionen für Stammkräfte, andere Schichtmodelle, gezielte Mitarbeitergewinnung. Zeitarbeit bleibt dann Backup, nicht Standardlösung.

Wie digitale Steuerung Zeitarbeit verändert

Bis vor wenigen Jahren war Zeitarbeit-Steuerung in der Pflege ein Telefon- und Excel-Job. Heute gibt es Plattformen, mit denen Einrichtungen ihre Personaldienstleister zentral anfragen, Angebote vergleichen, AÜ-Verträge digital unterzeichnen und Stunden zentral erfassen. Der operative Aufwand kann sich nach Einrichtungserfahrungen um 60 bis 80 Prozent reduzieren.

stazzle medical ist eine dieser Plattformen, gezielt für Pflegeeinrichtungen entwickelt. Sie funktioniert auch, wenn Sie mit acht verschiedenen Pflegedienstleistern arbeiten, weil sie die Anfragen parallel rausschickt und Antworten zentral konsolidiert. Die Plattform ersetzt nicht Ihren Dienstplan und auch nicht Ihre PDL-Erfahrung – sie nimmt Ihnen die manuelle Telefon- und Excel-Arbeit ab.

Wer den Aufwand der eigenen Zeitarbeit-Steuerung einmal nüchtern dokumentieren möchte, kann unseren AÜG-Check für Pflegeeinrichtungen nutzen.

Häufige Fragen zur Zeitarbeit in der Pflege

Ist Zeitarbeit in der Pflege grundsätzlich erlaubt?

Ja. Sie ist im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz geregelt und in praktisch allen Pflegebereichen zulässig, sofern der Personaldienstleister eine gültige AÜG-Erlaubnis hat. Einzelne Bundesländer haben für bestimmte Bereiche zusätzliche Anforderungen.

Wie lange darf eine Zeitarbeitskraft in derselben Einrichtung arbeiten?

Maximal 18 Monate am Stück. Danach muss eine Unterbrechung von mindestens 3 Monaten erfolgen, bevor dieselbe Person wieder überlassen werden kann. Tarifverträge können abweichende Regelungen erlauben.

Was passiert bei Equal Pay nach 9 Monaten?

Nach 9 Monaten Überlassung hat die Leasingkraft Anspruch auf dieselbe Vergütung wie eine vergleichbare Stammkraft – inklusive Zulagen und Sonderzahlungen. Tarifverträge in der Zeitarbeit können diesen Zeitpunkt verschieben, aber nicht aufheben.

Wer haftet bei einem Verstoß gegen die Höchstüberlassungsdauer?

Sowohl der Personaldienstleister als auch der Einsatzbetrieb. Bußgelder treffen beide Seiten. In der Praxis trägt der Einsatzbetrieb das größere Risiko, weil bei systematischen Verstößen die Überlassungsverträge als Arbeitsverträge umgedeutet werden können – dann wird die Leasingkraft zur Stammkraft der Einrichtung.

Können Leasingkräfte auf eine Festanstellung bestehen?

Nicht direkt. Aber bei Überschreitung der Höchstüberlassungsdauer oder bei nicht eingehaltenem Equal Pay können sich rechtliche Konstellationen ergeben, die zu einer Klage auf Festanstellung führen. Korrekte Dokumentation ist deshalb essenziell.

Wie reduziere ich die Leasing-Quote, ohne Versorgung zu gefährden?

Drei Hebel: Stammkraft-Bindung verbessern (Schichtmodelle, Wertschätzung, kleine Konditionsanpassungen), interne Springerpools aufbauen (bezahlte Bereitschaft, klar geregelt) und Leasing professioneller steuern (weniger Notfall-Aufschläge durch bessere Planung).

Sind Honorarkräfte das gleiche wie Zeitarbeit?

Nein. Honorarkräfte sind selbstständig und nicht über das AÜG geregelt. Allerdings prüft die Deutsche Rentenversicherung regelmäßig, ob Honorartätigkeit in der Pflege als Scheinselbstständigkeit einzustufen ist. Das Risiko hierfür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Wer ist verantwortlich, wenn eine Leasingkraft einen Pflegefehler macht?

Im Außenverhältnis haftet die Einrichtung gegenüber dem Bewohner. Im Innenverhältnis kann sie unter Umständen den Personaldienstleister in Regress nehmen. Die genaue Aufteilung steht im AÜ-Vertrag und sollte vor Vertragsschluss geprüft werden.

Fazit

Zeitarbeit in der Pflege ist kein Skandal und keine Wunderlösung. Sie ist ein operatives Werkzeug, das in den meisten Pflegeeinrichtungen unverzichtbar geworden ist – und gleichzeitig riskant, wenn sie unstrukturiert eingesetzt wird.

Die Pflegedienstleitungen, die Zeitarbeit erfolgreich steuern, machen drei Dinge anders: Sie arbeiten mit mehreren Anbietern strukturiert statt mit einem oder zu vielen. Sie investieren in Stammkraft-Bindung genauso wie in Leasing-Disposition. Und sie dokumentieren ihre Überlassungen so, dass Audit-Risiken minimiert sind.

Wer Zeitarbeit auf diese Weise steuert, kann den operativen Aufwand spürbar reduzieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit erhöhen. Das ist keine Frage von Software, sondern von Methodik. Software macht es nur leichter.

Häufige Fragen zu stazzle Zeitarbeit-Software für Pflege, Logistik & Industrie

Bei stazzle ist die Registrierung kostenlos. Auch die Nutzung von stazzle ist für Einsatzbetriebe kostenlos. Personaldienstleister zahlen bei erfolgreicher Vermittlung eines Kandidaten eine geringe Vermittlungsgebühr. Seht hierfür die Seite Preise.
Mehr erfahren
stazzle ändert nichts an Ihren vorhandenen Verträgen! Wir dienen ausschließlich zur smarten Disponierung von Zeitarbeitnehmern und vernetzen euch mit den Personaldienstleister/Einsatzbetrieben, wie beiderseitig gewollt und vereinbart. Also bleiben Ihre sämtlichen (Tarif-)Verträge bestehen.
Eine fast komplette Liste finden Sie unter nachfolgenden Link. Ist Ihr gewünschter Personaldienstleister nicht aufgeführt, können Sie hier (Button PDL Abfrage) nachfragen, ob dieser wirklich noch nicht bei uns ist.
Jetzt Personaldienstleister entdecken
Diese Frage beantworten wir Ihnen sehr gerne! Fragen Sie im nachfolgenden Formular nach einer bestimmten Einrichtung und wir antworten Ihnen innerhalb von 1-2 Werktagen!
Jetzt herausfinden
Diese Frage beantworten wir Ihnen sehr gerne! Fragen Sie im nachfolgenden Formular nach einer bestimmten Einrichtung und wir antworten Ihnen innerhalb von 1-2 Werktagen!
Jetzt herausfinden
Ja! Der Master Vendor Personaldienstleister erhält dafür Zugang zu stazzlebusiness / stazzlemedical vom Einsatzbetrieb und kann dadurch Anfragen erstellen, bearbeiten und Kandidaten vorauswählen bzw. annehmen.

Der Einsatzbetrieb kann da vollends außenvor stehen oder aktiv in die Kandidaten-Auswahl miteinbezogen werden. Dies wird alles durch das Berechtigungsmanagement der Nutzergruppen geregelt. stazzle unterstützt das Master-Vendor-Modell vollständig. Sowohl für den koordinierenden Dienstleister als auch für den Einsatzbetrieb.
Der Master Vendor (MV) ist ein Personaldienstleister (PDL), der als Hauptlieferant fungiert und den Personalbedarf eines Einsatzbetriebes koordiniert und steuert. Er übernimmt die komplette Abwicklung der Zeitarbeit, von der Rekrutierung und Auswahl der Mitarbeiter bis hin zur Einsatzplanung, Administration und Abrechnung.

Neugierig geworden?

Nutzen Sie unser Kontaktformular für weitere Fragen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von HubSpot. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Eine Plattform der HR Software Solutions GmbH
kontakt@stazzle.de
crosschevron-down